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Narrenbaumstellen

Nachmittags findet traditionell in vielen
Fasnachtslandschaften das "Narrenbaumsetzen" oder "Narrenbaumstellen" statt, nachdem der Narrenbaum, eine frisch geschlagene, bis zu 30 m hohe Tanne oder Fichte, in der Regel morgens eingeholt, entrindet, bis auf den Wipfel ("Dolden" genannt) entastet und geschmückt worden ist. Bei besonderen Anlässen wie Narrentreffen kann dies auch schon Wochen vorher geschehen. Er wird als Zeichen der Übernahme der Amtsgewalt durch die Narren angesehen und außerdem als "Stammbaum aller Narren" bezeichnet. Das Setzen eines Baumes ohne Wurzeln soll ferner die Sinnlosigkeit anzeigen. Nach Mezger hat das Narrenbaumstellen seinen Ursprung möglicherweise im "Blockziehen", einem Brauch, der bereits für das 15. Jh. urkundlich belegt ist. Dabei handelte es sich um einen Spottumzug, bei dem die unverheirateten jungen Mädchen sowie die alten Jungfern einen Baumstamm durch die Straßen ziehen mußten, aus dem sich vielleicht ein Mann für sie schnitzen ließe.

Nicht nachzuweisen ist ein umittelbarer Bezug des Brauchs des Narrenbaumsetzens zur
spätmittelalterlichen Idee des Narrenbaums als einer Abwandlung des biblischen Baums der Erkenntnis von Gut und Böse im Paradies (als Gegenstück zum Baum des Lebens), von dessen Früchten Adam und Eva aßen und somit Sünde und Tod in die Welt brachten. Dem Narrenbaumsetzen geht stets ein Umzug voraus. An manchem Narrenbaum hängt dazu noch ein Ring mit Süßigkeiten, Würsten oder sonstigen Utensilien, die sich die Kinder und Jugendlichen unter Beweis ihrer körperlichen Fitness "pflücken" können.

Gefällt wird der Narrenbaum am Fasnachtsdienstag abends oder aber am Aschermittwoch in aller Stille (Narrenbaumfällen) Nur in Stockach, wo seit 1799 ein Narrenbaum gesetzt wird und der Brauch seinen Ursprung haben soll, bleibt er bis zum 4. Fastensonntag (Lätare) stehen. Dieser Sonntag wird auch als "Mittfasten" bezeichnet und war früher gewissermaßen eine Erholungspause in der Fastenstrenge. .
(Quelle: Narren-Spiegel)